Das Jahr 2001 - Norderney - Chronik einer Insel

Insel Norderney
53° 42' 26" N 7° 9' 22" E
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Das Jahr 2001

Das Jahr 2001 war auf Norderney ereignisreich. Im öffentlichen Bereich gab es viele Veränderungen. Manches wird zur Geschichte oder stellt einen neuen Zeitabschnitt dar. Ein kurzer Blick zurück in die letzten hundert Jahre verdeutlicht Vergänglichkeit und Wertigkeiten. Vor 100 Jahren, also im Jahre 1902, litt Norderney sehr große Not. Es gab keinen nennenswerten Fischfang mehr. Die Gästezahlen gingen zurück. Für die ärmsten Einwohner wurde eine Suppenküche eingerichtet. Städtebaulich wurde der Durchbruch der Poststraße zum Kurplatz von bleibender Bedeutung.

Vor 75 Jahren entstand eine schützende Bahnhofshalle am Norddeicher Molenkopf. 38.000 Gäste kamen in dem Jahr zur Insel. Erstmals wurden Wattwanderungen zugelassen. Der erste war Hermann Visser "Hermännchen". Die Rettungsstation bekam ihr erstes Motorrettungsboot "Bremen". Der Norderneyer Golfclub wurde gegründet und der 9-Loch-Platz wird im Beisein von Reichskanzler Gustav Stresemann eingeweiht.

Vor 50 Jahren stand Norderney vor einem Neubeginn. Erst 1952 gab die britische Besatzungsmacht das Gästebad wieder frei. Die Übernachtungszahl sprang über die Millionengrenze. Die Reederei Eils & Visser bot erstmals eine Helgolandausflugsfahrt mit dem Motorschiff "Rudolf" an. In diesem Jahr wurden auf der Insel die Volks- und Realschule getrennt. Die Mittelschule wurde im Wehrmacht-Casino-Gebäude an der Mühle untergebracht.

Vor 25 Jahren wurde das "Haus der Insel" eingeweiht. Die zukunftsweisende Investition kostete 12,5 Millionen DM. Zugleich wurde das Kurtheater generalsaniert. Einen erheblichen Investitinsaufwand erforderte auch die Innenrenovierung des Kurhauses. Als großes markantes Gebäude entstand 1977 zwischen dem Seehospiz und der Nordhelmsiedlung das Ferienerholungsheim der Arbeiterwohlfahrt. Dorthin führte als Querverbindung eine neue Straße. Sie wurde dem 1974 verstorbenen Bürgermeister Willi Lührs gewidmet. In den letzten 25 Jahren ist viel auf Norderney geschaffen worden, und die Insel hat als Urlaubsort nie den Anschluss verpasst. Das Nordseeheilbad hat seine Attraktivität bewahrt und ausgebaut. Ein hohes Niveau ist erreicht worden. Die Insel muss sich den neuen Aufgaben stellen. Herausforderungen stellten sich auch stets in der Vergangenheit. Der Weg muss immer neu bestimmt werden.

Mit dem Jahreswechsel 2000/2001 schied Stadtdirektor Helmut Bruns als Stadtdirektor aus. 1956 hatte er seine Verwaltungslaufbahn bei der Stadt begonnen. 1986 wurde er Stellvertreter von Stadtdirektor Karl Welbers und 1995 schließlich dessen Nachfolger. Bruns war ein kompetenter Mann und allseits geschätzt. Kommissarisch und engagiert führte dieses Amt dann sein Stellvertreter Ludwig Salverius bis zum Herbst weiter. Mit der erstmaligen Wahl eines Hauptamtlichen Bürgermeisters endete die Zweigleisigkeit im Rathaus. Der Posten von Stadtdirektor und Bürgermeister wurde vereint. Das Rennen um diese Position gewann, nach einer Stichwahl gegen den Kandidaten Ludwig Salverius, mit klarer Mehrheit Klaus-Rüdiger Aldegarmann von der WIN (Wählerinitiative).

Der in den Ruhestand scheidende Bürgermeister Remmer Harms, der vom neuen Rat am 27. Dezember zum Norderneyer Ehrenbürger ernannt wurde, war 37 Jahre ununterbrochen im Rat und davon 17 Jahre Inselbürgermeister. In seiner ihm bescheidenen Art, aber auch weil ihm bestimmte Entwicklungen nicht behagten, lehnte er zuvor eine große offizielle Verabschiedung ab.

Mit der Anstellung eines neuen Geschäftsführers beim Niedersächsischen Staatsbad Norderney wurde eine weitere herausragende Position auf Norderney frisch mit Wilhelm Loth besetzt. Hiermit endete vernünftigerweise auch eine vorübergehende Zweigleisigkeit von Kurverwaltung und DEHOGA-Inselverein mit der Herausgabe eines wieder gemeinsamen Gastgeberverzeichnisses. Indes stiegen für die Inserenten die Kosten für eine vielfältige werbliche Darstellung, die den Internetauftritt unter der Domain Norderney.de einschließt. Unzufriedene schlossen sich derweil zu einer Vermietervereinigung zusammen.

Bei der Kurverwaltung gab es eine weitere personelle Veränderung. In den Ruhestand trat im Januar Paul Schild. Er war 32 Jahre beim Staatsbad aktiv und seit 1992 Kurbetriebsleiter.

1983 hatte Heinrich Aden die Geschäftsführung der Norderneyer Stadtwerke übernommen. Er wurde Gründungsgeschäftsführer der Norderneyer Wohnungsgesellschaft und der Wirtschaftsbetriebe und galt wohl unbestritten bis zu seinem endgültigen Ruhestand am Jahresanfang als guter Mann. Der Diplomingenieur für Maschinenbau brachte alles technisch und wirtschaftlich gut voran. Seine rechte Hand war auf kautmännischer Seite Lübbe Saathoff, der am Jahresende praktisch sein vollständiger Nachfolger wurde. Er kann sich auf gute und kompetente Meister bei den Stadtwerken stützen.

Am 16. Februar verstarb Franziska Polom. Auf Norderney kannte man sie nur mit dem Vornamen. Die Allgemeinheit erfuhr eigentlich erst etwas Genaueres über sie durch den redaktionellen Nachruf von Dirk Kähler. Die als Flüchtling nach Norderney gekommene Altenheimbewohnerin wurde verkannt und lebte unbeeinflussbar ihr eigenwilliges Leben- nach einem wohl erschütterndem traumatischen Schicksal in den Kriegswirren in Kolberg.

Das Kinderkrankenhaus Seehospiz erhielt im Februar einen neuen Pastor. Detlef Hanke folgte Pastor Werner. Die traditionsreiche Einrichtung gehört zum Diakonissenmutterhaus "Kinderheil", welches im Juli sein 150-jähriges Jubiläum feiern konnte.

Im Februar verstarb in Hinte Wilfried Freese, der Ehrenvorsitzende des Vereins "Marienheim-Familienerholungsheim". Von 1945 bis 1997 war er Vorsitzender des Vereins und Bewahrer dieser sozialen Familienerholungsstätte in der Marienstraße.

Wichtige Jugendjahre verlebte in diesem Hause, bei der legendären Heimleiterin Schwester Anna Schendel, Michael Fleischer. Der Helmstädter Studienrat i.R. ist Autor literaraturschichtlicher Abhandlungen Norderneys. Er schrieb sein erstes Buch über Fontane und Norderney. Im Vorjahr, 175 Jahre nach Heinrich Heines Inselbesuch, brachte er ein zweites Buch heraus. Darin berichtet er über dessen drei Norderney-Aufenthalte ("Heinrich Heine der Dichter der Nordsee").

Kapitän, Wattführer und Umweltschützer aus Leidenschaft, so läßt sich die Persönlichkeit von Willy Martens zusammenfassen, der am 28. Mai seinen 80. Geburtstag feierte. Wortgewaltig tritt er nicht nur im Watt auf, wenn er bei den Führungen den Gruppen und zahlreichen Fernsehteams immer wieder die ungute Entwicklung eines faszinierenden Landschaftsraumes erklärt. Sein Kampf gilt unermüdlich dem Kampf der Wildmuschelfischerei zwischen Inseln und Festland.

Ein beachtliches Stück Norderneygeschichte schrieb als Kommmunalpolitiker Paul Kanngießer mit, der am 9. Juli verstarb. Von 1964 bis 1991 war er im Stadtrat, viele Jahre stellvertretender Bürgermeister und lange Jahre im Kreistag für Norderney aktiv. Der Konditormeister baute mit seiner Frau ein bedeutendes Familienunternehmen auf und fand dennoch die Zeit, ehrenamtlich vielseitig zu wirken. Unter anderem auch in der evangelischen Kirchengemeide und im Heimatverein.

Am 23. Juli feierte der Großunternehmer Rolf Trauernicht, wie alle Jahre, seinen Geburtstag mit Familienangehörigen, Geschäftskollegen und Einwohnern auf Norderney. 77 Jahre alt wurde der Ostfriese aus Großefehn, für den die Insel sein zweites Zuhause ist. Gefeiert wurde rustikal auf dem Gelände seiner Insel-Baustofffirma "Garrels", wo drei Monate später noch ein moderner Baumarkt entstand. In diesem Jahr waren die Gratulanten besonders zahlreich, und dafür gab es einen guten Grund. Der Einfallsreichtum und Tatendrang von "Tullum" führte dazu, dass das fehlende Autobahnstück der A31 zwischen Ochtrup und Geeste (42 Kilometer) durch Spenden vorfinanziert und somit bereits 2005 - also 10 Jahre früher als im Bundesverkehrswegeplan geplant - fertiggestellt werden kann.

Eine weitere Inselpersönlichkeit feierte im Oktober ein Jubiläum. Auf eine 25-jährige Tätigkeit als Chefarzt und Leiter des Dr.-von-Halem-Krankehauses konnte Dr. med. Klaus Platte zurückblicken. Die Gesundheitspolitik hat das Inselkrankenhaus in ein schwieriges Fahrwasser gebracht. Zwei professionelle Beratungsfirmen, sind daran gescheitert. Die Wittgensteiner-Verwaltungsleiterin Renate Schulz sprach vor einem Jahr noch davon, dass die Motivation über den Erfolg entscheide. Im Krankenhaus wurde stets gute Arbeit geleistet und auch weitergedacht. Es hat sich viel bewegt, wie Dr. Platte richtig feststellte. Erfolgreich ist die Asthma-Behandlung und sicher auch die Dialyse-Einrichtung. Die Investitionen waren ebenso zukunftsweisend. Jetzt ruhen alle Hoffnungen auf der neuen örtlichen Leitung durch Matthias Rauwolf, der zugleich Geschäftsführer der Allergie- und Hautklinik gGmbH sowie der Apa-Klinik GmbH ist. Mit seinem Team will er bis zum 1. März eine Bestandsaufnahme vorlegen.

Ihr 50-jähriges Ehejubiläum feierten im Oktober Theo und Erna Kluin. "Beid hemm sück düchtig vör dat Tosamenläven up uns Insel insett", hieß es anerkennend am 6. Oktober in der "Badezeitung". Die Ehejubilarin stärkt Theo Kluin bis heute in seinem gemeinnützigen Tatendrang den Rücken. Lange war Theo Kluin SPD-Ortsvereinsvorsitzender und bis 1997 führte er den Feuerwehrmusikzug. Untrennbar ist die segensreiche Arbeit der Arbeiterwohlfahrt Norderney mit seinem Namen und dem seiner Familie verbunden.

Große Verdienste für die Inselöffentlichkeit hat sich auch Heinz-Jürgen Krupp erworben, der Mitbegründer der Laienspielgruppe Norderney, die im Oktober ihr 50-jähriges bestehen feiern konnte. 250 Aufführungen sahen rund 60.000 Zuschauer. Dabei traten 211 Laiendarsteller auf die Bühne. So auch Heinz-Jürgen Krupp, der seit 1955 Spielleiter der familiären geleiteten Truppe ist.

Am 14. November konnte der Norderneyer Bauunternehmer Heinrich de Vries bei einem Empfang viele ehemalige Handwerker und Weggenossen zu seinem 90. Geburtstag begrüßen. Mit dem in diesem Monat 96. Jahre alt gewordenen Bauunternehmer Eilt Wessels schrieb er ein bedeutendes Stück Insel-Baugeschichte.

Von großen Unglücken blieb Norderney 2001 glücklicherweise verschont.

Das alljährliche Förderkreisfest im Februar stand unter dem Motto "New York-New York". Das große Bühnenbild mit der Skyline von New York malte Maler Wilfried Schlegel.

Die größte Suche in der Inselgeschicht
12 Tage vorher erschreckte eine Vermißten-Meldung Norderney. Die größte Suche in der Inselgeschichte galt dem am 29. August vom Nordstrand verschwundenen 5-jährigen Gastkind Leonhard. Ein Verbrechen galt als möglich. Am 2. September gab ihn das Meer zurück. Die vom Wind hochgetriebenen Wellen hatten ihn offensichtlich mit seinem Sandeimerchen am Flutsaum erfasst, ohne dass es am nicht unbelebten Strand jemand gemerkt hatte.

Eine frische Brise kann sich leicht zu einem verheerenden Sturm auswirken. Norderney hat in der Vergangenheit die Naturgewalten immer wieder mächtig zu spüren bekommen. Nach den schlimmen Auswirkungen der Jahrhundertsturmflut von 1962 wurden in einem Generalplan Küste neue Sollhöhen für die Deiche und Schutzbauwerke an der Nordseeküste und auf den Inseln festgelegt. Als 6-Jahres-Programm wird jetzt die gefährdete Nordseite der Insel vom Cafe am Nordstrand bis zur Milchbar an der Kaiserstraße abschnittsweise massiv gestärkt. Dank europäischer Strukturmittel für den Tourismus geschieht dies nicht nur mit Asphalt und Beton. Die ersten Wellenbrecher mit Klinkerummantelung und Sandsteinwegen zeigen die gestalterische Ansätze. Ein Glücksfall für Norderney- aber auch ein Ergebnis gezielter Politik und guter Zusammenarbeit zwischen Stadt, Kurverwaltung, NLWK und anderen Behörden.

In den öffentlichen Kassen ist Ebbe. So rutschte auch der Norderneyer Haushalt ins Minus. Die Stunde der Wahrheit wird sich bei den diesjährigen Haushaltsberatungen zeigen. Beim größten Verlustbringer, dem zu erhaltenden Städtischen Krankenhaus, wird auf Entlastung durch das neue Management erhofft. Bislang können auch noch die Freiwilligen Aufgaben der Stadt finanziert werden, die sinnvollerweise für sportliche und soziale Zwecke ausgegeben werden.

Eine von vielen erhoffte weitsichtige Entscheidung für ein Seebademuseum gab es im Vorjahr nicht. Vielleicht wird in diesem Jahr mit offenen Karten gespielt.

Eine nicht so leicht zu bewältigende Geburt war die Norderneyer Bürgerstiftung, für die aber im Dezember endlich Initiator Volker Meyer das nötige Grundkapital von 100.000 DM zusammenbringen konnte. Mit ihr soll künftig einiges finanziert werden, wo im Stadtsäckel kein Geld für übrig ist.

10 Jahre "Kükennest
Als wahrer Segen hat sich für Norderney die Korus-Stiftung bislang erwiesen. Über 5 Millionen flossen in den zurückliegenden Jahren sportlichen und sozialen Zwecken auf der Insel zu. Durch diese Mittel wurde auch die Schaffung und der Erhalt der Frühförderungsgruppe "Kükennest" möglich. Die Einrichtung im "Haus der Begegnung" besteht mittlerweile 10 Jahre.

Essen auf Rädern jetzt auch sonntags
20 Jahre liegt die Einrichtung der Diakonie-Sozialstation zurück. Mit ihr wurde auch zugleich das Angebot geschaffen, älteren Bürgern ein "Essen auf Rädern" ins Haus zu bringen. Jetzt auch sonntags!

Der Einkaufsmarkt PLUS an der Hafenstraße hat einen außerordentlichen Zuspruch. Er rangiert in Deutschland umsatzmäßig mit an erster Stelle, wie es aus internen Kreisen zu erfahren war. Nur neue Berliner Läden sollen ihn überrundet haben.

Eine auch sehr große Kundenfrequenz verzeichnet der Wochenmarkt auf dem Rathausplatz seit seinem einjährigen Bestehen. Er ist nicht mehr wegzudenken und ein Verdienst der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen.

Einen außergewöhnlichen Bauboom erlebt Norderney mit Beginn der Bausaison im zurückliegenden Herbst. Der Ausbau der LVA-Klinik wird sich auch noch über dieses Jahr hinaus fortsetzen. Mit der Erschließung des neuen Baugrundstückes am Gorch-Fock-Weg wurde zum Jahresende auch der Weg für Norderneyer Bauwillige freigemacht.

Das Nationalparkgesetz ist verabschiedet worden. Die Nationalparkwacht müht sich mit um die Einhaltung der Bestimmungen und möchte dieses Gesetzwerk mit möglichst noch mehr Inhalt zu füllen. Von der Kategorisierung des Nationalparks in das "Weltnaturerbe Wattenmeer" erwarten die Befürworter eine Aufwertung und Werbung für diesen Raum.

Positiven Naturschutz betreibt weiterhin Sophie Visser mit der von ihr vor 10 Jahren ins Leben gerufenen Aktion "junges Bäumchen". Mit Hilfe von Sponsorengeldern sind auf dem Rathausparkplatz mächtige Wildbirnenbäume gepflanzt worden. Ein schönes Schauspiel bot im August der Besuch von Weißstörchen, die sich auf den Dächern und den Wiesen hinter der Meierei niederließen. Scheu und nur von weiten zu sehen waren im März hinter dem Leuchtturm zwei Kraniche. Unerwünschten Besuch in großen Heerscharen bekam indes der Hobby-Gärtner Wilhelm de Boer. Seine Schneckenplage machte auch überregional Schlagzeilen. Ende März wechselte auf Norderney der Vorsitz im Bund für Umwelt und Naturschutz von Heero Jacobs auf Hartmut Andretzke. Er ist Biologe und auf Norderney einmal als Bootsbauer ausgebildet worden.

Als wenig umweltsensibel muss die Entscheidung der städtischen Wohnungsgesellschaft WGN gewertet werden, ausgerechnet auf Mietwohnblocks die Installation von zwei Mobilfunkanlagen erlaubt zu haben. In der zweiten Jahreshälfte nahmen Beschwerden von Anwohnern und Klagen von Mietern zu, die sich durch die Strahlung gesundheitlich beeinträchtigt fühlen. Es entstand eine Bürgerinitiative.

Es ist viele Jahre her, dass die Norderneyer Windanlagen, die ersten ihrer Art als Vorreiter für umweltfreundliche Energie am Klärwerk aufgestellt wurden. Nachbarn fühlten sich schon lange durch Nebengeräusche und Schlagschatten gestört. Nachdem eine wohl nicht ausreichend vom Hersteller gepflegte Anlage ihren Rotorkopf verlor und ein wegrotierendes Teil katapultartig in ein Wohnhaus einschlagen war, wurde die Anlage schließlich im Vorjahr gänzlich abgebaut.

Erfreulich sind die Entwicklungen im maritimen Bereich. Eine zu Anfang des Jahres zunehmende Verschlechterung der Fahrwasserverhältnisse konnte optimal gelöst werden. Das Baggergut wurde für den neuen Südstrand-polderdeich als Deichkernmaterial verwendet. Im Juni wurden Mittel zur Hafensanierung vom Land freigegeben. Die Spuntwände werden erneuert. Die Reederei Norden-Frisia ist weiterhin auf Investitionskurs. Es wird, wie bereits mehrfach berichtet eine neue große Fähre geben. Der Stapellauf war im Dezember. Das schmucke Schiff wird mit Beginn der Saison ein Glanzpunkt sein und eine noch reibungslosere Abfertigung der Gäste bewirken. Im Vorjahr übernahm die FRISIA auch die Bereederung des Ausflugschiffes "Wappen von Norderney" (Cassen Tours). Der CAT No. 1 mit Heimathafen Norderney befördert mittlerweile aus verscheidenen Nordseehäfen die Hälfte der Helgolandgäste auf Schnellschiffen.

Für die Gäste hat sich im Vorjahr touristisch die Angebotsvielfalt erweitert. Mit "Lichtgeschgwindigkeit" können astronomisch Interessierte jetzt über den Planetenpfad gehen. Ein neues Fest, das Kartoffelfest (vom 3. - 5. August), ist fest in den Veranstaltungsplan übernommen worden. (bis 2003) Trotz Regens war die Grünfläche vorm Lebenshilfe-Ferienhotel Wuppertal im August ein großer Anlaufpunkt. Das traditionsreiche Haus an der Marienstraße wird vom sozialen Träger sozialen Sinne fortgeführt. Dies gilt auch für die Ferienhäuser des Jugenheimes Detmold, die im Juni ihr 50-jähriges Bestehen feiern konnten.

Wer aus der Ferne mit Norderney Kontakt halten möchte, kann dies über verschiedene Web-Kameras machen. Das Stichwort lautet "norderney.de". Es ist die gemeinsame Plattform, die vom Staatsbad geführt und ständig bereichert wird.
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