Das Jahr 2015 (Argonnerwäldchen) - Norderney - Chronik einer Insel

Insel Norderney
53° 42' 26" N 7° 9' 22" E
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Bericht der NBZ (18.07.2015) - Was wird aus dem Argonnerwäldchen?
Verwunschen oder flurbereinigt?

Echte Norderneyer verbinden schöne Jugenderinnerungen mit dem Argonnerwäldchen. Es kursieren alte Geschichten, dass sich dort Liebespaare trafen, manchmal auch zu dritt (einer unter der Parkbank) oder die grüne Idylle nur Gästekindern zum Spielen vorbehalten war, während der Inselnachwuchs von uniformierten "Grünröcken" der Kurverwaltung verjagt wurde. Das ist zwar heute nicht mehr so, aber der Ort bleibt - auch wegen seines legendären Pflasterweges - ein verwunschenes, uriges Stück Inselnatur. Viele Insulaner wollen den Wald so belassen, andere möchten seine Windund Wetterschäden beseitigen und ihn generell etwas aufräumen und ordentlicher gestalten.

Theo Kluin und Hayo Moroni hatten in der Bürgerstunde zum Sternehotel kürzlich angeregt, das Argonnerwäldchen im Zuge der geplanten Hotelbauarbeiten gleich mit zu pflegen und vielleicht etwas neu zu gestalten. Außerdem könne der kleine Deich nördlich des Argonnerwäldchens abgetragen werden und so den Blick freigeben. "Kein neuer Gedanke", sagt Bürgermeister Frank Ulrichs auf Anfrage der Badezeitung. Konkrete Planungen dazu habe es allerdings nie gegeben, weil keine zwingende Notwendigkeit dazu bestanden habe.

"Außerdem steht seit Langem das Kurmittelhausareal zur Disposition und es bot sich immer an, diesen Bereich gemeinsam zu entwickeln. Ich möchte nicht sagen, dass der Deich städtebaulich oder optisch störend wirkt. Der darüber verlaufende Weg wird aber wenig genutzt. Daher bietet sich tatsächlich die Überlegung an, den Deich zurückzubauen und den Blick auf das Wäldchen sowie den Zugang zum Heimat- und Bademuseum etc. zu öffnen. Sicherlich könnte man in diesem Zuge versuchen, die beengten Verkehrsverhältnisse zu verbessern. Auch wäre es angebracht, die wegzunehmende Grünfläche entsprechend zu kompensieren. Da gibt es viele Gestaltungsmöglichkeiten", so Ulrichs.

Nach seiner Einschätzung dürfte der Deich keinerlei Küstenschutzfunktion mehr haben. Die eigentliche Deichlinie verlaufe woanders. "Da aber auch diesbezüglich der letzte Küstenschutzabschnitt ab der Teestube entlang der Viktoriastraße noch aussteht, wäre eine diesbezügliche großräumige Klärung ratsam, wenn wir schon dabei sind. Außerdem wäre zu prüfen - da der kleine Deich ein Relikt historischen Deichbaues ist, ob dieser als Kulturdenkmal geschützt oder als erhaltenswert eingestuft ist; dazu liegen mir allerdings aktuell keine näheren Erkenntnisse vor", führt der Bürgermeister aus.

Noch ist also völlig offen, was aus dem Argonnerwäldchen und dem alten Deichstück wird. Das Thema dürfte auch weiterhin in den sozialen Netzwerken für emotionale Kommentare sorgen. Denn nicht nur über 80-jährige Auswanderer erinnern sich lebhaft daran, sondern auch halb so alte Norderneyer. Die ersten Baumanpflanzungen im Bereich des Argonnerwäldchens gab es in den 1830er-Jahren, darunter auch eine Allee, die als "Philosophenweg" oder "Seufzerallee" bezeichnet wurde.

ArgonnerwäldchenDer Name "Argonnerwäldchen" wurde übrigens von auf Norderney stationierten Soldaten gewählt, in Anlehnung an die im Ersten Weltkrieg schwer umkämpften Argonnen, nordwestlich von Verdun gelegen. Es steht allerdings nicht zu befürchten, dass das Norderneyer Argonnerwäldchen und seine zukünftige Gestalt vergleichbar hart um kämpft werden.

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Chronik der Insel (Argonnerwäldchen) - Das Jahr 2015
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