Ortshandwerker-Seite 5 - Norderney - Chronik einer Insel

Insel Norderney
53° 42' 26" N 7° 9' 22" E
Norderney - Chronik einer Insel
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Norderney - Chronik einer Insel
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100 Jahre Ortshandwerkerschaft Norderney - Seite 5

So wuchs die Bevölkerung von 1.431 Einwohnern im Jahr 1867 bis zur Jahchundertwende auf 4.038 an. Es waren bis 1895 hauptsächlich Zuwanderer aus den ostfriesischen Kleinstädten und Küstendörfern, die sich in "Klein-Amerika'", so werden dieInseln wegen ihrer rasanten Entwicklung und der guten Erwerbschancen genannt, niederließen und u.a. das Handwerk ausweiteten. Dlenn gerade für die heranwachsenden Söhne festländischer Handwerker und Kaufleute war wegen Fehlens von größeren Städten und der ungünstigen wirtschaftlichen Bedingungen der Weg in die Selbständigkeit schlecht. Gerade das immer mehr zum Modebad werdende Norderney bot besonders dem Baugewerbe und dem Baunebengewerbe gute Aussichten, zumal die günstige Entwicklung der Norderneyer Fischerei alle örtlichen Arbeitskräfte beiderlei Geschlechts band. Die Insulaner nutzten deshalb die sich aus dem Fremdenverkehr ergebenden gewerblichen Möglichkeiten nur wenig.

Eine Ausweitung und Spezialisierung des Handwerks auf der Insel bewirkte auch der Bau eines Wasserwerkes, der Schwemmkanalisation, eines Gaswerkes (1889) und der Anschluß an die Stromversorgung des Festlandes (1914).

Die Zahl an Arbeitskräften konnte nicht allein aus der arbeitenden Bevölkerung der Insel abgedeckt werden und die Norderneyer Handwerksbetriebe mußten bei günstiger Konjunktur Handwerksgesellen auf dem Festland anwerben. 1896 waren 209 Einwohner im Handwerk beschäftigt, mehr als 250 zogen zeitlich befristet zu oder waren als Wandergesellen auf der Durchreise. Besonders hoch war die Zahl der angeworbenen Maurer, Maler, Schneider. Schuhmacher, Bäcker und Schlachter.

1911 besuchten erstmalig mehr als 47.000 Gäste die Insel, ein verregneter Sommer im Jahr darauf bescherte einen Rückgang auf 33.000 Gäste. Der Gästerückgang ließ die Konjunktur zusammenbrechen, wovon besonders das Bau- und Baunebengewerbe betroffen war. Dies führte zu einer für insulare Verhältnisse beträchtlichen Arbeitslosigkeit. "Jeden Tag verlassen Einheimische, Verheiratete sowohl wie Ledige, die Insel, um am Festlande ihrer Arbeit nachzugehen." Der größte Teil von ihnen ging nach Bremerhaven und Wilhelmshaven. Im Frühjahr 1912 erging ein dringender Aufruf zur Ausschreibung öffentlicher Arbeiten, um "die Notlage unserer Inselbevölkerung" zu verbessern.
Chronik der Insel - Ortshandwerker (Seite 5)
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