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Insel Norderney

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Seite 19

Kinderleben - Seehospiz Kaiserin Friedrich zu Norderney (1904)

Meist werden Indianerbücher und Kriegserzählungen verlangt. Die Größeren bitten auch um geschichtliche Bücher; und wer keinen Titel weiß, zeigt einfach mit seinem Finger auf ein Buch im Schrank. "Bitte, das große, dicke da!" "Ja, mein Bester, das ist ein Buch für die Mädchen, willst Du das haben?" "Ein Mädchenbuch? Nein!" und schnell wählt er sich ein anderes, das seiner Knabenwürde besser entspricht. Andere rufen auf‘s Geratewohl irgend eine Nummer und ziehen tiefgeknickt ab, wenn sie statt einer schönen spannenden Erzählung nur eine "langweilige" Beschreibung oder gar ein "Märchenbuch" getroffen haben.

Da kommt eilig der Missetäter von vorher zurück: "Ich hab‘s gefunden, es lag in der Schuhkammer oben auf dem Stiefelschrank!" Hatte ihm wohl jemand einen Schabernack gespielt? Diesmal ist er wenigstens noch mit einem blauen Augen davongekommen.

Die Mädchen sind noch mehr hinter den Büchern her, als sie Jungen. Selbst die kleinen Dreier, die noch nicht lesen können, kommen zur Bibliothek! Ganz schüchtern stehen sie und warten, bis die andern ihre Bücher bekommen haben. Und fragt sie "Herr Kandidat": "Wollt ihr auch schon Bücher haben?" so sagen sie leise: "Ja!" und sind überglücklich, wenn sie wie die Großen mit einem Bilderbuche unter dem Arm abziehen können. Da sind die Fünfer doch anspruchsvoller: "Ach, Herr Kandidat," bitte eine von ihnen, "können Sie mir nicht etwas recht Aufregendes geben? Am liebsten hätte ich bitte einen großen Roman!" Weil aber der jungen Dame mit aufregenden Normannen nicht gedient werden kann, entschließt sie sich endlich zu einer dicken Räubergeschichte, die eigentlich nur die Knaben lesen. Die zahlreichen "Kränzchen"-Jahrgänge sind immer vergriffen; ebenso die bilderreiche Ausgabe der Grimmschen Märchen, die besonders in I bevorzugt wird.


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