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NorderneySeiten-Ende

53° 42' 26" N 7° 8' 49 Flagge der Insel
Chronik einer Insel
Insel Norderney

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Herausgeber Werner Strüp
 
Nachwort August Redell

Die Norderneyer Strassennamen
Ihre Herkunft und Bedeutung (Werner Strüp 1976)

Nachwort

Norderney hieß nicht immer so. Die Insel wurde vielmehr erst seit dem 18. Jahrhundert als "Norderney" bezeichnet. In den Jahren 1398 und 1406 wurde sie als Oesterende geführt und später als Norder nye oog, der neuen Norder Insel. Sie liegt 4 bis 21 m über dem Meeresspiegel. Eine Kirche wurde schon im Jahre 1579 erwähnt; die Seebadeanstalt wurde 1797 gegründet. Eine erste Vermessungskarte stammt von Horst aus dem Jahre 1739.

Die erste Siedlung auf der Insel lag, durch mehrere Dünenreihen gegen die See geschützt, an der Westecke der Insel. Die Häuser standen einzeln zwischen den Dünen. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden Straßenzüge.

1819, 1822 und auch noch 1830 wurden die auf der Insel vorhandenen Gebäude numeriert, wie aus dem Nummernverzeichnis hervorgeht. Zu der Zeit gab es zwar schon Straßenzüge, diese hatten aber noch keine Namensbezeichnungen. Aus dem Situationsplan von dem Seebadeorte Norderney von 1837 geht hervor, daß die Langestraße die nördlichste Straße war, die westlichste die Luisenstraße mit der anschließenden Brunnenstraße. Weiterhin werden in diesem Plan die Georg-, Wilhelm-, Mittel-, Strand-, Kirch-, Bäcker-und Wedelstraße, die Adolfsreihe und die Osterstraße aufgeführt. Die Gegend in Höhe der jetzigen Kaiserstraße war noch nicht bebaut und nannte sich Buutenhelm. Dort waren also Gärten vorhanden. In dem Plan von 1837 sind das Kurhaus und das Große Logierhaus mit den Badehäusern schon verzeichnet.

Um 1840 wurde der Mariendeich -benannt nach der Königin Marie von Hannover, einem häufigen Gast
auf der Insel- errichtet. Das war nötig, weil bei hohen Sturmfluten das Wasser über den Heller am Südstrand bis in den Ort dringen konnte. Nach dem Bau des Mariendeiches wurden an der jetzigen Marienstraße die ersten Häuser gebaut. Das erste war das Zollhaus an der Ecke zur Janusstraße. Die Windmühle wurde 1862 gebaut und stand damals außerhalb des Mariendeiches auf einer Düne.

Wegen erheblicher Dünenabbrüche im Westen der Insel mußte 1858 der Steindamm, ein Dünendeckwerk, das von der ehemaligen Teestube an der Strandstraße bis hin zur Moltkestraße reichte, gebaut werden. Nach dem Bau des Steindamms begann um 1860 auch die Bebauung des Damenpfades und um 1870 der Kaiserstraße mit dem nordwestlichen Ortskern. Das ehemalige Fischerdorf nahm durch Neubauten immer mehr städtischen Charakter an.

Der Plan des königlichen Nordseebades Norderney von 1889 zeigt auf, daß die damals östlich der Winterstraße gelegenen Grundstücke nur zum Teil bebaut waren. Allerdings waren die Straßenzüge Knyphausenstraße ab Onnen-Visser-Platz, Benekestraße, Maybachstraße (früher Sandstraße), Jann-Berghaus-Str. ab Winterstraße (früher Schafweg), Gartenstraße, Frisiastraße (früher Josefstraße), Luciusstraße (früher Süderstraße), Schulzenstraße und Ellernstraße schon aufgeführt. Damit endete der projektierte Bebauungsplan. Die Bebauung dieser Straßenzüge vollzog sich in der Hauptsache bis zum 1. Weltkrieg und auch später.

Die ersten Hafenanlagen entstanden auf Norderney im Jahre 1873. Damit fiel das lästige Ausbooten der ankommenden Badegäste mit den hochrädrigen pferdbespannten Wagen weg. Außerdem sollte der Damm
Schutz bieten für die auf der Reede südlich der Marienstraße liegenden Schaluppen.

Die neue evangelische Kirche wurde 1879 eingeweiht. Die Insel hatte schon recht früh ein Wasser- und Kanalwerk (1886/87) und trat damit damals an die Spitze aller Bäder in hygienischer Sicht. Auf dem Gelände in der Lüttjen Leegde wurde ein Gaswerk errichtet. Jetzt wird Norderney mit Ferngas versorgt.

Aus privater Initiative wurde 1894 das Kurtheater gebaut. Ein vorbildlicher Schlachthof am heutigen Feuerwehrgebäude entstand bereits 1897/98. Die Förderung und Bereitstellung einer guten Feuerwehr war stets vornehmste Aufgabe der Stadt, da die Insel bei Bränden schon immer auf sich allein gestellt war.

In großzügiger Weise wurde 1899 in weiser Voraussicht das Zentralschulgebäude in der Jann-Berghaus - Straße erstellt. Soweit aus den Akten ersichtlich ist, wurde das Geld für den Neubau aus Grundstücksverkäufen in der Poststraße (heute Café Mamma mia, Wimpy) beschafft.

Bis 1914 entwickelte sich das Bad zu einem führenden Seebad. Während des ersten Weltkriegs war das Bad geschlossen. Auf dem Südwesthörn entstand durch Aufspülung des Geländes bis zur Hafenmole die Seeflugstation mit Rollfeld. Die schon im 1. Weltkrieg und später errichteten großen Flughallen und Anlagen wurden 1945 Zumeist abgerissen. Die ehemaligen Kasernen stehen noch und dienen größtenteils Wohnzwecken, die wenigen verbliebenen Hallen wurden Lagerräume. Bereits 1928/29 erwies sich das Rollfeld des Flugplatzes als zu klein und mußte vergrößert werden. Dadurch wurde es nötig, die Hafenstraße, die von der Bülowallee in gerader Linie zum Hafen führte zu verlegen.

Norderney hatte schon früh eine Wasserversorgung. Der Wasservorratsbehälter befand und befindet sich in der Düne der Georgshöhe (heute Wetterwarte) und ist noch benutzbar. 1929 wurde ein Wasserturm gebaut, da der alte Vorratsbehälter nicht mehr ausreichte.

Um mit anderen Bädern konkurrenzfähig zu bleiben, entstand 1930 das erste Seewasserwellenschwimmbad, einmalig damals in Europa. 1934/35 erfolgte der Bau der Meiereikasernen, die für die Marineeiheiten gedacht waren und jetzt als Kinderheim Verwendung finden. Mit dem wachsenden militärischem Flugverkehr um 1936 waren für die Beschäftigten des Fliegerhorstes neue Häuser erforderlich, die an der Mühlen- und Richthofenstraße gebaut wurden. Auch wurde 1936 das Gelände im ehemaligen Mühlenpolder und Bauland in der Nordhelm-Siedlung für Kasernen in Anspruch genommen. Sie dienen heute als Wohnungen, Mittelschule, Haus der Begegnung und als Sportheim. Abgerissen wurde die große Werfthalle, die auf dem jetzt von der Firma Eilt Wessels gemieteten Gelände bei der Firma Wedermann an der Deichstraße stand. 1938/39 verschwanden die hohen Dünen bei der Meierei; die Sandmengen wurden für den Bau der Deichstraße benötigt.

Ab 1950 wurden im östlichen Nordhelm von privater Seite Einfamilienhäuser errichtet und in den Jahren 1961/64 erfolgte die Bebauung des westlichen Nordhelms. Die Häuser am Januskopf und in der Südhoffs traße entstanden um 1963/66 und das Gewerbegelände (ehem. Batterie Hamburg) wurde 1968/70 den
Wirtschaftsbetrieben auf Norderney zur Verfügung gestellt. Da die Grenze an der Meierei zur Bebauungsgrenze erklärt worden ist, kann sich der Ort Norderney nach Osten nicht ausdehnen. Jedoch steht der Ausbau des alten Flughafengeländes unmittelbar bevor.

August Redell


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