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53° 42' 26" N 7° 8' 49 Flagge der Insel
Chronik einer Insel
Insel Norderney

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Der Seevogelschutz - nicht nur auf dem Memmert

Zwischen der hohen See und der Festlandsküste haben die Ostfriesischen Inseln zusammen mit dem nahrungsreichen Wattenmeer für den Vogelschutz eine herausragende Bedeutung.

Die positive Auswirkung des Vogelschutzes auf den Dünenschutz im Hinblick auf die Ausbreitung von Samen und die Düngung der Dünen wurde bereits vor über hundert Jahren erkannt. Der Vogelschutz ist daher seit langem auch ein Anliegen der für den Insel- und Dünenschutz zuständigen Stellen.

Nach Errichtung einer Zentralstelle für den Seevogelschutz beim Institut für Vogelforschung - Vogelwarte Helgoland - in Wilhelmshaven ist das heutige Bauamt für Küstenschutz in Norden 1947 zur Trägerorganisation berufen worden für den Seevogelschutz auf den Inseln Memmert, Juist, Norderney, Langeoog und Spiekeroog. In langjähriger enger Zusammenarbeit mit dem Institut konnten der Schutz der Seevögel auf den Inseln verstärkt sowie gewissenhafte Lenkungs- und Pflegemaßnahmen vorgenommen werden. Die Bezirksregierung Weser-Ems hat im Februar 1982 die Zuständigkeit auf alle Inseln und die Küste Ostfrieslands erweitert. Das Bauamt für Küstenschutz kann durch seine Außenstellen auf allen ostfriesischen Inseln und an der Festlandsküste ganzjährig die Betreuung der Schutzgebiete sicherstellen.

In der Kette der so betreuten Schutzgebiete erlangt die Insel Memmert eine besondere Bedeutung. Schon seit 1888 wird die Insel überwacht und die Dünenbildung gefördert. Dr. h. c. Otto Leege hat hier mit viel Interesse und Sachkenntnis als erster den Seevogelschutz eingeleitet und erreicht, daß 1906 der Deutsche Verein zum Schutze der Vogelwelt die Insel pachtete und eine Vogelkolonie einrichtete, die während der Brutzeit ein Vogelwart überwachte. Im Jahre 1925 ist die Insel Memmert zum staatlichen Naturschutzgebiet erklärt worden. Seither wird Memmert ganzjährig von einem Inselvogt betreut. Für den Seevogelschutz auf Memmert arbeiteten bislang

von 1888 bis 1923 Dr. h. c. Otto Leege und Helfer,
von 1924 bis 1946 Otto Leege jun.,
von 1946 bis 1956 Therese Leege,
von 1956 bis 1972 Gerhard Pundt,
und seit 1973 Reiner Schopf.

Entwicklung der Zahl an Silbermöwen und Seeschwalben auf dem Memmert

Durch unentwegte Dünenpflege, durch Setzen von Sandfangzäunen und Helmpflanzungen unter staatlicher Regie gelang es, die Insel erheblich zu vergrößern. Das Kerngebiet aus Dünen und Heller umfaßt heute eine Fläche von etwa 120 Hektar.

Im Laufe der Jahrzehnte verschob sich die Zusammensetzung der brütenden Seevögel dergestalt, daß die einst auf Memmert in großer Anzahl brütenden Brand-, Fluß- und Küstenseeschwalben allmählich von den Silbermöwen verdrängt wurden. Die in Zusammenarbeit mit der Vogelwarte Helgoland vorgenommenen Lenkungsmaßnahmen zur Bestandsregulierung der Silbermöwe mußten nach ersten Erfolgen wegen tierschutzrechtlicher Bedenken 1976 eingestellt werden. Seitdem hat sich die Zahl der Brutpaare in nur acht Jahren um nahezu 80 Prozent auf etwa 14 000 Brutpaare erhöht. Diese große Zahl gefährdet die Kükenaufzucht aller schwächeren Vogelarten auf Memmert und führt außerdem zum Abwandern auf die Nachbarinseln.

Aber nicht nur auf Memmert hat sich die ideale Kombination von Dünenschutz und Vogelschutz seit über 60 Jahren als vorteilhaft erwiesen. Auch die Schutzgebiete auf den anderen Inseln wie auf Juist, Langeoog u. a. m. konnten sich durch diese jahrzehntelange Betreuung des Norder Amtes zu wertvollen Naturgebieten entwickeln.

Das NSG "Vogelkolonie Langeoog" ist als erstes Seevogelschutzgebiet bereits um 1890 eingerichtet und seitdem von der für den Dünenschutz verantwortlichen Stelle betreut worden. Es enthält das einzige Möwenbrutgebiet, durch das die Gäste auf festgelegtem, den Tieren gewohnten Weg unmittelbar entlang den Silbermöwennestern während der Brut und Aufzucht geführt werden. Bei den Führungen lassen sich den Besuchern wichtige Erkenntnisse und Hinweise über Vogelschutz und Naturschutz vermitteln.

Darüber hinaus zeichnet sich dieses Schutzgebiet aus durch eine idyllische, artenreiche Landschaft sowie durch zahlreiche Brutpaare von zum Teil gefährdeten Seevögeln und als Rastgebiet.

Im NSG Bill auf Juist liegt der Hammersee als einziger Süßwassersee in einer Dünenlandschaft der Ostfriesischen Inseln. Dieser 30 Hektar große See ist an der Stelle des Inseldurchbruchs in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstanden. Nachdem um 1880 der Hammer-Durchbruch zunächst durch die südliche Dünenkette abgeriegelt werden konnte, wurde die seeseitige nördliche Dünenkette 50 Jahre später als "Hammer-Deich" wiederhergestellt. Zwischen den beiden Dünenzügen trat auf dem ehemaligen Strand das Grundwasser der Süßwasserlinse zutage. Mit seinem breiten Schilfstreifen am Ufer bietet dieser See den heimischen und durchziehenden Vögeln wertvolle Rast- und Nahrungsflächen.

Die Liste auf der folgenden Seite gibt die alljährlichen Brutvogelbestände in den Seevogelbrutgebieten an der ostfriesischen Küste wieder. An alle Naturliebhaber wird die herzliche Bitte gerichtet, die Vogelbrutgebiete während der Brutzeit - vor allem vom 1. April bis 15. Juli jeden Jahres - unbedingt zu meiden und jegliche Störung zu unterlassen; das gilt auch fürs Fotografieren.


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