Die Insel Norderney

Norderney Flagge der Insel
53° 42' 26" N 7° 8' 49
Chronik einer Insel

 

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Trinkwassererkundung und Entwicklung der Wasserversorgung

Bevor das erste Trinkwasser die Norderneyer Haushalte erreichte, mussten Ausdehnung, Gesamtvolumen und Grundwasserneubildung der Süßwasserlinse erkundet und bilanziert werden. Die ersten Untersuchungen fanden bereits von 1885 bis 1887 im Rahmen der Vorarbeiten zum "Entwässerungs- und Wasserversorgungs-Project im Inseldorfe Norderney" statt. Zur Trinkwasserversorgung der damals rd. 2.800 Einwohner und mittlerweile bis zu 12.000 Badegäste reichten die Hausbrunnen nicht mehr aus und auch die Abwasserbeseitigung erwies sich als unzulänglich. Im Rahmen einer Tiefbohrung stieß man bis zu einer Bohrtiefe von 40 Metern auf Süßwasser in ausreichenden Mengen. Das Wasser enthielt zwar beträchtliche Mengen an Schwefelwasserstoff, diese konnten aber durch einfache Belüftung entfernt werden. Unter Berücksichtigung der Größe des Dünenareals, der Niederschlagsmenge und ihres Versickerungsanteils von 25% ergaben die damaligen Untersuchungen eine verfügbare Grundwassermenge von ca. 1,2 Millionen Kubikmeter, die den errechneten Jahresverbrauch von rd. 85.000 Kubikmetern sicher abdecken konnten.

1888 wurden drei Rohrbrunnen erstellt, ein Maschinenhaus zur Förderung und Weiterleitung des Wassers errichtet und in die Düne der "Georgshöhe" (heute Aussichtsdüne am Nordstrand) ein Hochbehälter eingebaut, der für den nötigen Druckaufbau sorgte. Bis zum Bau des Wasserturmes (1929) befand sich auf der Kapdüne außerdem ein Lüftungsturm, in dem das Grundwasser von Schwefelwasserstoff befreit wurde. 1889 erreichte das Rohrnetz bereits eine Länge von rund 10 Kilometern.

Das "Entwässerungs- und Wasserversorgungs-Project im Inseldorfe Norderney" war vom "Königlichen Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forste" in Auftrag gegeben worden und sollte in erster Linie zum "Nutzen der dortigen Seebade-Anstalt" sein. 1921 erwarb die Gemeinde Norderney die Gesamtanlage von der Domänenverwaltung.

Steigende Einwohner- und Besucherzahlen haben in den zurückliegenden Jahrzehnten den Bau weiterer Förderbrunnen und die Ausweitung des Rohrleitungsnetzes (heutige Länge: 76 km) erforderlich gemacht. So wurde - nachdem im warmen Sommer 1957 die Wasserversorgung nur mit Mühe sichergestellt werden konnte - 1958 mit dem Bau des Wasserwerkes "Weiße Düne" begonnen. Um zu verhindern, dass durch zu große Fördermengen Grundwasserabsenkungen und damit Schäden an der Dünenvegetation entstehen, sind im Laufe der Jahre immer wieder Untersuchungen zur Bewirtschaftung der Süßwasserlinse durchgeführt worden.

Nach neuesten Erkenntnissen der Technischen Universität Braunschweig, Institut für Geowissenschaften, beträgt das Gesamtvolumen der Süßwasserlinse im Einzugsgebiet "Weiße Düne" zurzeit etwa 33 Millionen Kubikmeter Wasser, die jährliche Grundwasserneubildung wird auf ca. 2,7 Millionen Kubikmeter geschätzt. Damit übersteigt die Neubildungsrate die Entnahmemenge um das Dreifache. Mit ständigen Kontrollen von Wasserstand und Salzgehalt in Grundwassermessstellen werden die Schwankungen der Süßwasserlinse überwacht, um eine schonende Grundwasserförderung zu gewährleisten.




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