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53° 42' 26" N 7° 8' 49 Flagge der Insel
Chronik einer Insel
Insel Norderney

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9. Teil

Ostfriesischer Kurier (Serie erschien vom 17.01. - 11.04.2015)
Georg Kampfer: Akte Strobach - Geistlicher wird mit einem Strick um den Hals gefunden

Weiter bat der Amtmann seinen Fürsten im Hinblick auf den toten Pastor zu veranlassen, "daß der Cörper nicht länger zu jedermanns Spectacel da liege", sondern ehrlich begraben werden möge. Und schließlich möchte auch der Amtmann bei der Untersuchung der Leicheanwesend sein: "Es ist mir eine pure Unmöglichkeit einen totden Cörper und absonderlich mit dem es eine dergleichen bewandnis hat, ohne die größeste alteration (21) anzusehen."

Der Tag ging zu Ende. Der tote Pastor lag immer noch in seiner Kammer - immer noch mit einem Strick um den Hals.

Dienstag, 6. Februar

An diesem Tag wurden die Eingaben der Norderneyer und des Amtmannes in Aurich bearbeitet, und zwar mit großer Entschiedenheit. Fürst Georg Albrecht ordnete an, dass der Pastor von den Norderneyern ehrenvoll und mit allen üblichen Zeremonien zu bestatten sei. Alle Norderneyer hätten dem fürstlichen Amtmann Hess uneingeschränkt und unverzüglich Gehorsam zu leisten.

Inzwischen hatte sich die Nachricht von dem ungeklärten Todesfall in Ostfriesland verbreitet. Der Emder Pastor Michael Arnold Pfeiffer äußerte am 6. Februar vorsichtig den Verdacht eines Selbstmordes aufgrund der schwierigen familiären und beruflichen Situation seines Norderneyer Amtsbruders, der innerhalb kurzer Zeit seine Frau und ein Kind verloren hatte. Nur wenige Tage vor seinem Tod hatte Strobach ihm noch geschrieben: "Es hat mich der Alleinweise Vater abermahls mit neuen empfindlichen Creutzes-Ruthen gezüchtiget und hart angegriffen durch das Seel. Absterben meiner Liebgewesenen und getreuen Ehe Frau und das jüngst gebohrene, liebe Töchterlein,welche Beyde in einem 4tel Jahr zusammen in die Seel. Ewigkeit sind versetzet worden zu meiner schmertzlich Wunde und Betrübnis, welches ich noch täglich fühle. Doch Gott ist noch bis hierher meine Stärke, Trost, Schutz und Schirm wieder die Pforten der Hölle gewesen…" Und weiter schreibt Strobach von seinem Lebenslicht, "das in der Buß- und Creutzes Asche unter Gottes Gnade noch glimmet…"

Ein Lebenslicht, das nur noch glimmt, die Pforten der Hölle - das sind allerdings Metaphern, die Düsteres ahnen lassen. Zur Verzweiflung des Pastors dürfte neben der familiären auch ganzwesentlich seine schwierige gesellschaftliche Situation beigetragen haben, von der Pastor Pfeiffer zu berichten wusste, "daß ihn seine Gemeine bis auf das äusserste gequälet hat."

Auch an diesem Abend lag der Pastor noch tot in seiner Kammer - immer noch mit dem Strick um den Hals.

Mittwoch, 7. Februar

An diesem Tag erhielt Dr. Matthias Jacob Bacmeister, Leibarzt des Fürsten in Aurich, von seinem Herren den Auftrag, "…sich nach dero Insul Norderney zu begeben, und den daselbst in seinem bette hangend todt gefundenen Pastorem Strobach zu besichtigen, und so weit nötig zu secieren." Bacmeister machte sich auf die mühselige Reise von Aurich nach Norderney.

(21) Aufregung, Verwirrung


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