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53° 42' 26" N 7° 8' 49 Flagge der Insel
Chronik einer Insel
Insel Norderney

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16. Teil

Ostfriesischer Kurier (Serie erschien vom 16.03. - 29.06.2013)
Georg Kampfer hat den Fall Husius unter die Lupe genommen.

Anfang 1732 war auch für Johann Husius die Zeit auf Norderney zu Ende. Fürst Georg Albrecht entband ihn von seinem Amt und ernannte Jan Tromp zum Vogt von Norderney. Doch auch Tromp gelang es nicht, mit den Norderneyern friedlich auszukommen - im Gegenteil. Der Norderneyer Pastor Poppen bezeichnete ihn als einen "frechen und liederlichen Menschen" und der Chronist Reins berichtet, dass Tramp noch mehrere Generationen später "als ein böser Vogt im Gedächtnisse des Volkes" fortlebte.

Es ist anzunehmen, dass Johann Husius nach dem Amtsantritt seines Nachfolgers die Insel verlassen hat, doch waren seine Streitigkeiten mit den Norderneyern damit keinesfalls zu Ende. In seiner Eigenschaft als Schankwirt hatte er den Norderneyern umfangreichen Kredit eingeräumt, sodass bei seiner Amtsenthebung noch etliche Fass Bier zu bezahlen waren. Einige Norderneyer meinten nun aber, dass durch die Amtsenthebung auch ihre Schulden weggefallen wären und weigerten sich hartnäckig, die noch ausstehende Rechnung über 205 Gulden und 16 Stüber zu bezahlen. So sah sich Johann Husius noch Jahre später gezwungen, den Fürsten in dieser Angelegenheit um Hilfe zu bitten. Er klagte, dass einige Insulaner zu einer unbilligen Opposition sich aufbringen lassen, ...mich abzuweisen suchen". In seiner Eingabe bezeichnet er sich "als einen Fremden, welcher weitläuffige und kostbare Prozesse zu führen nicht im Stande sei, ein Fremder, der sich auf Norderney nur des Gastrechtes "zu erfreuen" habe. Diese Worte sind sicher bezeichnend für das Selbstverständnis und die gesellschaftliche Position des Vogtes auf "seiner" Insel, die nie zu der "seinen" wurde, bezeichnend für eine letztlich gescheiterte - und wahrscheinlich auch nicht ernsthaft angestrebte - Integration.

Der Fürst hat die Angelegenheit an das Amtsgericht nach Berum verwiesen, wo - so ist zu hoffen - dem Johann Husius Gerechtigkeit widerfahren ist.

Mit diesem Vorgang verschwindet der Name Husius aus den Akten des Staatsarchivs Aurich und auch aus dem Kirchenbuch Norderney 35 lange Jahre hatten Vater Husius als Pastor und Sohn Husius als Vogt die Geschehnisse auf der Insel geprägt und doch ist es der Familie Husius nicht gelungen, auf Norderney dauerhaft Fuß zu fassen - ganz im Gegensatz zu den Vögten Johann Rasske (seit 1607) und Arend Kluin (1681-86), deren Nachkommen noch heute in beträchtlicher Zahl die Insel bevölkern.

Quellen und Literatur:
1. Staatsarchiv Aurich, Rep. 4 B IV c Nr. 10, Rep.4 B2 g Nr. 14g, 143, 145, 147, 149, 155, 156, 165, 167 und 169, Rep. 4
B 2 h Nr. 623 und 759
2. Ev-luth. Gemeinde Norderney, Kirchenbuch 1690 bis 173 2
3. Reins, C. G.: "Die Insel Nordernei", Hannover, 1853, S. 12 -27
4. B. E. Siebs "Die Norderneyer", Norden, 1930
5. Bildarchiv der Ostfriesischen Landschaft (Bild Johann Kettler sen.)
6. Karl Herquet Geschichte der Insel Norderney in den Jahren 1398-1711 im Jahrbuch der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer, Emden 1890.


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